CHEESECAKE

Posted on 0 Comments10min read446 views

☮︎ Cremig. Einfach. Schnell. Lecker. Hier mein einfaches Rezept für einen unglaublich cremigen Cheesecake!

(weiter unten habe ich übrigens noch ein weiteres Rezept versteckt)

Ich liebe Käsekuchen. Obwohl ich hier bei diesem Rezept Cheesecake sagen muss. Denn einen Käsekuchen gibt es hier nicht nachzubacken.

Den Käsekuchen von Oma mag ich natürlich auch. Weil Omas Käsekuchen damals der Allerbeste war. Zumindest war ich jahrelang davon überzeugt. Aber damals wusste ich es auch noch nichts von Creamy Cheesecake und dachte naiv und voller Liebe, Käsekuchen muss genau so sein und so schmecken wie der von Oma. Heute würde ich das so nicht mehr unterschreiben, entschuldige Oma. Aber ich bin da mittlerweile ein wenig kritischer. Omas Käsekuchen ist zweifelsfrei immer noch grossartig. In meiner Erinnerung.

Aber Omas Käsekuchen war ein eher trockener Käsekuchen mit zugegeben fast schon steinhartem Mürbeteigboden. Mit der Gabel kam man da kaum durch. Zudem hatte man nach einem Stück von Omas Käsekuchen auf den Zähnen und am Gaumen oft so ein pelziges Gefühl. 

Der klassische Käsekuchen macht immer ein bisschen Flokati auf der Zunge.

Zu allem Überfluss fühlte sich dieser Flokati dann an, als wäre er auch noch mit Lack fixiert. Das tut dem Geschmack von richtig gutem klassischen Käsekuchen zwar grundsätzlich keinen Abbruch, aber es ist eben auch nicht besonders angenehm, wenn man nach einem Stück Käsekuchen stundenlang das Gefühl hat, sich die Zähne putzen zu wollen.

Der Käsekuchen den wir alle aus unserer Kindheit oder aus dem Café um die Ecke kennen, wird hauptsächlich aus Quark gemacht. Einer Menge Quark. Und Stärke. Und die Kombination von Quark und Stärke macht gerne ein trockenes Mundgefühl. Das ist beim American oder New York Cheesecake anders. Und genau das macht dann auch den Unterschied zwischen cremig lecker und quietschig-krümeltrocken.

the cheesecake

Der klassische Cheesecake ist aus Frischkäse. Weniger Eier sind auch drin. Dazu gibt man, wenn überhaupt, nur ein wenig Quark. Manchmal gibt man sogar einen kleinen Schuss Sahne rein. Wie in meinem Rezept auch. Und Sauerrahm. Dafür verzichtet man aber auf Mehl, Vanillepuddingpulver bzw. Stärke jeglicher Art. Und das ist entscheidend.

Nur so wirds richtig cremig.

Ich liebe gerade diese cremige Konsistenz, die der amerikanische Cheesecake hat. Dieses kompakte cremige leicht pampige. Wenn man genau diesen Moment beim Backen erwischt, der sich üblicherweise beim Backen eher nach “ein-wenig-bräuchte-er-noch-bis-er-fertig-ist” statt nach “fertig-raus” anfühlt.

Wenn er noch leicht schwabbelt dann muss er aus dem Ofen. Denn dann ist er perfekt.

Schwabbelt er noch leicht und ist man sich nicht ganz sicher, ob er nicht vielleicht doch noch etwas gebraucht hätte, dann hat man genau den richtigen Zeitpunkt erwischt. Genau so bekommt er später diesen cremigen Kern. Und das ist auch schon der ganze Zauber.

Oma würde meinen Käsekuchen wahrscheinlich nicht richtig und auch nicht gut finden. Er wäre ihr viel zu flach, wahrscheinlich zu fest, nicht richtig durchgebacken und überhaupt nicht locker genug. Zudem würde sie den buttrigen Keksboden komisch finden. Mürbeteig musste es bei ihr sein. “Sonst ist das doch kein Käsekuchen” höre ich sie förmlich sagen. Womit sie ja auch recht hat. Es ist ja auch ein Cheesecake! Schade, dass Oma meinen Kuchen nicht mehr probieren kann. Vielleicht hätte sie ihn doch gemocht. Einfach, weil ich ihn gebacken habe. Und ehrlich gesagt vermisse ich trotz allem Omas Backkünste sehr. Oh man – diese Erinnerungen. Ich glaube ich brauche jetzt dringend ein dickes Stück Cheesecake zum Trösten. Ich geh dann mal backen!

Aber vorher verrate ich euch noch mein allerliebstes Cheesecake Rezept.

Ich habe lange rumprobiert und finde es jetzt nahezu perfekt. Natürlich lässt sich über Geschmack streiten und irgendetwas zu verbessern gibt es auch immer. Aber ich mag ihn so.

Übrigens habe ich den Unterschied zwischen American Cheesecake und New York Cheesecake noch nicht ganz verstanden. Der eine ist mit Keksboden, der andere mit einer Art Biskuitboden? Manche backen ihren Cheesecake im Wasserbad, andere schwören darauf den Kuchen eine Stunde im ausgeschalteten Backofen nach dem Backen stehen zu lassen, wie ich es auch manchmal mache. Andere backen ihren Kuchen doppelt, also holen den Kuchen mittendrin mal raus, lassen ihn abkühlen um ihn dann nochmal zu backen. Was ich seltsam finde.

Ich habe alle Methoden ausprobiert.

Manche war ganz okay. Manches ging total daneben. Und deswegen bleibe ich lieber bei meinem Rezept. Das gelingt inzwischen so gut wie immer. Oft reisst bei mir allerdings die Oberfläche etwas. Was mir aber ehrlich gesagt ziemlich egal ist. Ich lege lieber etwas mehr Fokus auf den Geschmack und weniger auf die perfekte Optik, weil mir einfach wichtiger ist, dass der Kuchen die richtige Konsistenz hat und schmeckt, auch wenn das Auge mit isst. Man geniesst übrigens mit geschlossenen Augen viel besser.

Und nicht alles im Leben muss Instagrammable sein! Himmelnochmal!

☮︎

Ich backe übrigens mit Cups als Masseinheit. Denn wenn ich mit Cups abmesse gehts so schön einfach, finde ich.

American Cheesecake

VORBEREITUNG

Ich backe meinen Cheesecake im Wasserbad. Man braucht also eine feuerfeste geschlossene Form für das Wasser und eine Backform, die idealerweise in die feuerfeste Form passt. Damit kann der Kuchen beim Backen unkompliziert und unfallfrei im Wasser stehen.

Ich wickle um meine Backform meist noch dick Alufolie, damit mein Kuchen nicht Gefahr läuft, Wasser abzukriegen. Die Backform soll im Wasserbad stehen, nicht der Kuchen selbst. Wobei mir auch schon passiert ist, dass mein Kuchenteig Wasser abbekommen hat. War aber überhaupt nicht schlimm. Hat man letztendlich nicht gemerkt. Jedenfalls hat es dem Kuchen selbst keinen Schaden zugefügt. Es stand einfach nur Wasser in der Alufolie. Wer eine Springform nimmt sollte allerdings unbedingt Alufolie benutzen und sie damit fest umwickeln. Wer eine geschlossene Form hat braucht das natürlich nicht und kann sich die Arbeit sparen.

☮︎

BACKZEIT

Insgesamt 60 – 70 Minuten bei 170 Grad Ober-/Unterhitze
plus (optional) ca. eine Stunde Abkühlen lassen im leicht geöffneten und abgeschalteten Ofen

ZUTATEN.CHEESECAKE.KEKSBODEN.

1 3/4 Cups Kekse nach Wahl kleingekrümelt (ich nehme oft Selbstgebackene)
1/3 Cup Butter
1/4 Cup Zucker
eine Prise Salz

Für den Keksboden müssen die Mengenangaben nicht genau eingehalten werden. Das kann man auch nach Gefühl machen. Hauptsache der Boden ist nicht zu krümelig. Das Verhältnis von Butter zu Keksen sollte deshalb ungefähr stimmen, damit man die Kekskrümel schön fest drücken kann. Nimmt man dafür zu wenig Butter, wird der Boden nicht fest genug. Nimmt man zuviel Butter, wird der Boden zu fest und zu fettig. Wer sich unsicher ist hält sich am besten einfach an die Mengenangaben.

ZUTATEN.CHEESECAKE.FÜLLUNG.

900 – 950 g Philadelphia

3/4 Cup Zucker (in den USA steht meist viel mehr Zucker im Rezept, aber das ist mir einfach zu süss. Und im Keksboden ist ja auch noch Zucker)

1/2 Cup Sauerrahm (ich nehme einfach einen Becher und gut)

2 Teaspoons Vanilleextrakt (Aroma geht auch. Eine ausgekratzte Vanilleschote schmeckt am besten, natürlich.)

3 Eier

einen grossen Schluck Sahne (ich nehme ungefähr 100 g, also einen halben Becher)

optional ein Päckchen Quark, 40% (das kann man auch weglassen)

Saft einer halben Zitrone plus geriebene Biozitronenschale

ein Schluck Rum passt auch gut rein, muss aber natürlich nicht sein

plain white cheesecake

Kleine Randnotiz

Ich nehme ungefähr 8 ounces Frischkäse. Das habe ich mir mal aus einem Rezept aus den USA aufgeschrieben und ausprobiert, und die Menge ist genau passend für eine klassische Springform.

8 ounces sind bei uns ungefähr vier Becher Philadelphia a 226 g. Die gibts so in manchen Supermärkten. Ganz exakt rechne ich das allerdings nicht um. Ist ja auch fast unmöglich bei den blöden Verpackungsgrössen. Die klassische Philadelphiagrösse ist meist sowieso irgendwas mit 175 g. Ausgesprochen unsinnig wie ich finde und auch unpraktisch. Da rechnet man sich im Supermarkt oft dusselig. Also bin ich zu “ungefähr passend” übergegangen. Ich mag nämlich keine Frischkäsereste. Die Menge von ungefähr 900 g ist aber gut. Das sind dann eigentlich fünf Becher. Ich nehme aber manchmal auch sechs. Klappt genauso.

Übrigens geht wahrscheinlich jeder andere Frischkäse auch! Ich habe allerdings festgestellt, dass manche Sorten zu viel Salz enthalten. Das schmeckt man später. Besser also ein wenig auf den Salzgehalt achten. Am besten schmeckts einfach mit dem Klassiker. Werbung hin oder her. Ich backe meinen Cheesecake wenn möglich am liebsten mit Philadelphia.

☮︎

ZUBEREITUNG.CHEESECAKE.KEKSBODEN.

Als erstes füllt man die Kekse in einen Zipper-Gefrierbeutel um sie ohne viel Tamtam zu feinen Kekskrümeln mahlen zu können. Diese Methode ist die einfachste, und man richtet damit am wenigsten Chaos an.

Legt die Tüte auf ein Geschirrhandtuch und umwickelt sie damit um zu verhindern, dass Krümel aus der Tüte entwischen können. Die Tüte geht nämlich meist etwas kaputt wenn man Kekse darin zermahlt. Dann mit einem Nudelholz mit leichtem Druck über die Kekstüte im Geschirrhandtuch rollen, bis sie fein wie Sand sind.

Die Butter schmelzen. Die Kekskrümel direkt in die Backform kippen, mit Zucker und Salz vermischen und die Butter einfach darüberschütten. Vermischen und gut festdrücken, sodass ein gleichmässiger Boden entsteht.

Bei 175 Grad Ober-/Unterhitze 8 – 10 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen.

Das Backen und Abkühlen lassen kann man wunderbar machen während man mit der Zubereitung der Cheesecakefüllung beschäftigt ist.

Keksboden

ZUBEREITUNG.CHEESECAKE.FÜLLUNG.

Den ganzen Frischkäse in der Küchenmaschine bei mittlerer Geschwindigkeit cremig aufschlagen.
Dann die restlichen Zutaten wie Sauerrahm, Quark, Zucker und die Sahne plus Vanille und Zitronensaft ebenfalls untermischen.
Küchenmaschine langsam stellen und die Eier nach und nach dazugeben und vollständig unterrühren.
Achtet darauf das Ganze nur kurz unterzumixen. Die Cheesecake-Creme sollte nicht übermixt werden!
Das wars auch schon.

Jetzt einfach die Frischkäsemasse auf dem Keksboden verteilen und etwas glattstreichen.

Etwas Wasser aufkochen und in die Wasserbadform füllen.
Die mit Alufolie fest umwickelte Backform vorsichtig in das Wasserbad stellen. Ausser man hat eine Backform die von Haus aus dicht ist, also keine Springform oder ähnliches, dann muss man die natürlich nicht mit Folie umwickeln.
Es reicht übrigens wenn die Backform zur Hälfte im Wasser steht. Es muss keine Badewanne voll sein!

Bei 175 Grad ca. 60 – 70 Minuten backen.

Immer mal wieder in den Backofen gucken.
Der Kuchen sollte noch leicht schwabbeln wenn man ihn aus dem Ofen holt!

☮︎

TIPP:

Eigentlich lässt man den Kuchen dann im Wasserbad im abgeschalteten Backofen und leicht geöffneter Tür abkühlen. Mit einem Holzkochlöffel oder Backofenhandschuh geklemmt zwischen Tür und Backofen geht das recht gut.

Das macht man, damit die Oberfläche des Kuchens glatt und schön bleibt und nicht reisst. Funktioniert aber trotz dem ganzen Aufwand nicht immer. Vielleicht muss man sich die Zeit auch einfach nicht nehmen und sieht über ein paar Risse hinweg. Dem Geschmack tun sie definitiv keinen Abbruch.

Zudem ist’s mir ehrlich gesagt auch eigentlich egal, ob der Kuchen oben wunderschön glatt ist oder Risse hat. Er darf ruhig nach selbst gebacken aussehen. Mir ist die cremige Konsistenz viel wichtiger. 

Ich habe den Kuchen aber auch schon einfach aus dem Ofen geholt weil ich eingeladen war, spät dran war und ihn unbedingt noch mitnehmen wollte. Er war genauso gut.

Trotzdem lasse ich ihn meist im Backofen auskühlen – weil es ja auch eigentlich total egal ist wo er abkühlt.
☮︎

Am besten schmeckt der Kuchen aber erst wenn er vollständig abgekühlt ist und eine Nacht im Kühlschrank stand.
Ganz frisch ist er noch zu fluffig. Ich mag ihn dann nicht so gern weil er mich so ein wenig an Käsesahne erinnert und mir zu luftig leicht ist. Aber wer es nicht erwarten kann – probieren darf man immer.
Seine cremige Konsistenz bekommt er aber erst nach einigen Stunden in der Kühlung.
Geduld zahlt sich also definitiv aus bei diesem Kuchen!

♥︎

UND HIER NOCH EBEN EIN REZEPT FÜR EINEN GANZ BESONDERS EINFACHEN UND SCHNELLEN ZUGEGEBEN ETWAS IMPROVISIERTEN CHEESECAKE MIT QUARK, SAHNE, CREMEFRAICHE UND FRISCHKÄSE

also mit allem, was der Kühlschrank gerade so hergegeben hat.

Letzte Woche habe ich mal eben schnell einen Cheesecake improvisiert. Ich hatte eine Menge Kekse gebacken, die leider irgendwie nicht so richtig gut geworden sind. Sie waren sehr weich und so nicht gut geeignet, als Vorrat in der Dose zu landen. Wegwerfen kommt allerdings wie immer nicht infrage. Und was kann man mit Keksen am allerbesten machen? Klar. Einen Keksboden. Für Cheesecake.

KEKSBODEN

Eine ganze Menge Kekse, kleingekrümelt im Zipper-Gefrierbeutel mit einem Nudelholz.

Keinen extra Zucker, die Kekse sind ja meist eigentlich süss genug.

Butter geschmolzen, der Menge der Kekskrümel angepasst. Augenmass angeknipst und ausprobiert. Die Kekse brauchen so viel Butter, damit man aus der Mischung einen festen Boden bekommt.

CHEESECAKEFÜLLUNG

1 Packung handgeschöpfter BIO-Quark, 500 g

3/4 Päckchen Sahne (nicht aufgeschlagen)

3/4 Becher Cremefraiche

2 Packungen Frischkäse 175 g

2 Eier

etwas weniger als 3/4 CUPS Zucker

Limettensaft einer halben Limette plus Abrieb

Vanillezucker

CHEESECAKE!

Die Kekskrümel mit entsprechend viel Butter in eine Springform drücken und so lange im Backofen bei 175 Grad Umluft backen wie es dauert, die Cheesecakefüllung zu machen.

Dafür den Quark mit dem Frischkäse cremig rühren, die Sahne und Cremefraiche einfach ebenfalls unterrühren.

Den Zucker dazugeben, ebenso den Vanillezucker und den Limettensaft. Alles miteinander vermengen.

Dann die beiden Eier nacheinander untermixen.

Die Creme auf den Keksboden geben, glattstreichen und im Wasserbad backen.

WASSERBAD

Ich habe bei diesem Kuchen wirklich improvisiert und meine Springform, nachdem ich sie gut in Alufolie gewickelt habe, in eine Tarteform gefüllt mit Wasser gestellt. Die Springform hat geradeso reingepasst und ich dachte erst, das wird nie was. Aber oh wow, es hat super funktioniert.

BACKEBACKEKUCHEN

Statt Ober-/Unterhitze habe ich den Impro-Cake einfach bei UMLUFT auf 175 Grad im Tarteform-Wasserbad 55 Minuten lang gebacken. Der Kuchen ist echt gut geworden und die Konsistenz supercremig.

Mir war nicht ganz klar dass man auch aus dem was gerade so offen im Kühlschrank rumsteht einen Superkäsekuchen hinbasteln kann. Es geht also wirklich total unkompliziert. Mag ich!

honestly, why not?

What do you think?

Your email address will not be published. Required fields are marked *

No Comments Yet.

Innsbruck

Previous
Tree.Wall.Sky.Done. Photography.
CHEESECAKE

GDPR Cookie Consent with Real Cookie Banner