RICOTTA. GNOCCHI.

RICOTTA. FLOUR. EGG. ☮︎ Gnocchi ohne Kartoffeln.

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Gnocchi ohne Kartoffeln. Geht das? Ja klar geht das! Und das sogar mit nur 5 Zutaten!

Diese Gnocchi funktionieren sogar noch einfacher und schneller wie all die Gnocchi, die man sonst so kennt. Und schmecken mindestens genauso gut. Allerdings sind sie etwas fester als die klassischen Gnocchi aus Kartoffeln. Dafür schmecken sie frischer dank fein geriebener Zitronenschale und mit ihrer festeren Konsistenz und ein wenig Biss haben sie ihre ganz eigene Note. Ich mag meine Ricotta-Gnocchi mittlerweile fast lieber als die aus Kartoffeln und mach sie, wenn ich Gnocchi selber mache, nur noch so. Zugegebenermaßen aber auch aus dem einfachen Grund, weil sie so einfach viel leichter zu machen sind. Aber der Reihe nach.

Bislang habe ich mich immer dagegen gesträubt, einen Gnocchi Selbstversuch zu starten.

Die Vorstellung, erst Kartoffeln kochen zu müssen, die dann abkühlen zu lassen, durch ein Presse zu quetschen, mit Mehl und Ei zu vermischen und am Ende ein Ergebnis zu haben, das klebt wie Kleister und beim Kochen auseinanderfällt hat mich wenig gereizt.

Und wie es vermuten lässt – ja genau so habe ich mal Gnocchi gemacht und das Ergebnis war eine mehlige Kartoffelsuppe mit Ei.

Hm.

Dann habe ich bei Jamie Oliver ein Gnocchi Rezept mit Ricotta entdeckt. Fand ich spannend und hab es natürlich sofort nachgekocht. Es kam mir allerdings schon beim Zubereiten irgendwie komisch vor. Ich schätze mal es lag daran, dass Jamie Olivers Ricotta so eine ganz tolle und ziemlich feste Konsistenz hatte. Wahrscheinlich vom italienischen Feinkosthändler seines Vertrauens. Ich dagegen hatte den Ricotta, den ich im Supermarkt gefunden hatte. Und im Supermarkt meines Vertrauens bekomme ich nun einmal lediglich Ricotta im Becher, der die Konsistenz von Quark hat. Das konnte also nur schiefgehen.

Und richtig orakelt – das Ergebnis war Ricottasuppe.

Ich war wohl eindeutig nicht Gnocchi-Kompatibel. Man kann einfach nicht alles können. Lektion gelernt. Gnocchi werden gekauft, Ende der Geschichte.

Dachte ich!

Aber so richtig aufgeben wollte ich irgendwie dann doch nicht. Also habe ich weitergesucht und weiter probiert. Mittlerweile hatte ich bestimmt zehn verschiedene Gnocchirezepte ausprobiert. Und keines davon war gut. Zumindest hatte kein einziges wirklich funktioniert. Irgendwas war immer.

Entweder lag es an den Zutaten an sich. Ricotta ist nicht gleich Ricotta und eine Kartoffel ist nicht immer eine Kartoffel. Zumindest ist es meist nicht unbedingt immer genau die Gleiche, die der Rezeptentwickler verwendet hat.

Jamie Olivers Ricotta war eine relativ feste Masse. Meine nicht. Und wo ich diesen Jamie Oliver Ricotta genau so herbekomme weiss ich nicht. Zumindest habe ich keinen Laden in der Umgebung gefunden der ihn so anbietet. Und ich fahre für Ricotta, um Gnocchi daraus zu machen, nicht extra sonstwohin.

Ich will ein Rezept mit Zutaten, die ich ganz einfach in jedem x-beliebigen Supermarkt kaufen kann.

Wenn mir ein Rezept als einfach offeriert wird, aber gleichzeitig mit exotischen Zutaten oder besonderen Mehlsorten, Mehlbezeichnungen und ungewöhnlichen Mahlgraden um die Ecke kommt, bin ich mässig begeistert.


Ein einfaches und schnelles Rezept braucht entsprechend einfache und unkomplizierte Zutaten.


Meiner Meinung nach. Sonst ist es nicht einfach. Und damit disqualifiziert.

Rezepte, die nicht mit den handelsüblichen Zutaten die man im Supermarkt um die Ecke, im Bioladen oder wenn es denn unbedingt sein muss meinetwegen vielleicht ausnahmsweise mal im Feinkostladen kaufen kann, nachzukochen sind, sind nicht alltagstauglich. Punkt. Dafür habe ich keinen Nerv. Und ich weiss auch meist schon im Vorfeld, ohne pessimistisch klingen zu wollen, dass das Ergebnis mit notgedrungen alternativ gekauften Zutaten meist sowieso nix wird.

Also kann ich mir den Aufwand auch gleich sparen.

Aber für Gnocchi mit Supermarkt-Ricotta aus dem Becher musste es doch auch eine einfache Lösung geben. Nicht jeder kann schliesslich immer oder überhaupt zum Feinkosthändler fahren um Schickimicki-Ricotta zu kaufen.

Und tadaa… einfaches Rezept – einfache Lösung gefunden.

Hier mein ultimatives Ricotta-Gnocchi-Rezept für all diejenigen unter euch, die bisher genauso viel Glück mit selbstgemachten Gnocchi hatten wie ich.

Diese Gnocchi werden was!

Amen.

WAS MAN DAFÜR BRAUCHT:

Einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser

Ricotta, Ei, Mehl, Parmesan, Muskat

Ein Sieb zum Abgiessen

Tomatensosse oder was auch immer man dazu essen mag.

SCHÖNREDEREI: Wieviel Gnocchi bekommt man denn aus den angegebenen Zutaten?

Tja. Wenn man das immer wüsste. Pauschal kann das doch niemand so sagen. Grundsätzlich würde ich sagen, die angegebenen Zutaten reichen für 2 Personen. Aber wie es mit der Angabe von Portionsgrössen so ist – letztendlich macht sowas keinen wirklichen Sinn. Zwei kleine Kinder am Tisch werden höchstwahrscheinlich weniger essen als ein erwachsener Mann, der den ganzen Tag auf einer Baustelle im Regen gearbeitet hat und wirklich hungrig ist. Also bin ich da mal vorsichtig und verlasse mich auf euer eigenes Bauchgefühl.

Übriggebliebene Gnocchi kann man übrigens ganz einfach nochmal aufwärmen. Am besten nicht in der Sosse sondern nochmal kurz in kochendem Wasser. So schmecken sie wie frisch gekocht. Aufgewärmt in der Sosse werden sie eher fest, was nicht so toll ist. Sie schmecken aber immer noch super.


ZUBEREITUNGSZEIT:

Der Teig ist ratzfatz gemacht und nichts muss ruhen oder quellen. Im Gegenteil. Sie trockenen nur unnötig aus. Die fertigen Gnocchi sollen nach Möglichkeit sofort gekocht werden.

ZUTATEN für Gnocchi:

1 Becher Ricotta (den, den man in jedem Supermarktkühlregal findet) Das sind meist 200 g.

1 Ei

150 – 200 g stinknormales Weizenmehl (Deutschland 405/Österreich 480) Diese ungenaue Angabe liegt daran, dass man das Mehl nach Gefühl verwenden sollte. Hängt einfach ein wenig davon ab, ob man ein Grösse M, L oder XL Ei gekauft hat.

TIPP: KEIN Vollkornmehl, das klebt sonst wie Kleister

etwas Salz

ungefähr 30 – 40 g geriebener Parmesan

etwas Muskatnuss gerieben

Pfeffer

etwas Schalenabrieb einer unbehandelten Zitrone

ZUBEREITUNG:

Den Ricotta so wie er ist aus dem Becher in eine Schüssel geben.

Das Ei dazu und beides miteinander vermischen. Das geht mit einem Silikonspatel ganz gut.

Dann den geriebenen Parmesan, die Zitronenschale, Salz, Pfeffer und Muskat auch mit dem Spatel gut untermischen.

Das riecht schon richtig gut.

Und nicht wundern. Noch ist die Mischung matschig und man kann sich kaum vorstellen, dass das Gnocchi werden sollen.

Aber das wird!

Jetzt kommt das Mehl.

Locker über die Schüssel mit der Ricotta-Parmesan-Ei Mischung stäuben.

Nicht das ganze Mehl auf einmal sondern erstmal nur die Hälfte!

Dann knetet man alles ganz locker und mit Gefühl mit den Händen durch. Nicht fest rumkneten! Alles muss sich nach “geradeso” anfühlen.

Die Konsistenz muss weich und gleichzeitig trocken sein ohne zu krümeln. Das merkt man, wenn man den Teig knetet.

Nach Bedarf gibt man jetzt das restliche Mehl dazu. Dabei immer mit Gefühl arbeiten. Wenn man das Gefühl hat der Teig ist gut und lässt sich zu einer Wurst formen, obwohl man eigentlich noch viel Mehl von den 150 -200 g Mehl übrig hat, dann ist das so. Nach “genau richtig” kommt sonst “Beton”. Ich würde dann nicht mehr Mehl einarbeiten.


DER WICHTIGSTE GNOCCHI MOMENT:

Die Kunst ist, den Teig gut aber sanft zu kneten. Es muss sich locker anfühlen aber gleichzeitig sollte der Teig fest im Sinne von kompakt und leicht formbar sein.

Das klingt jetzt komplizierter als es ist. Durch die richtige Menge der Zutaten ergibt sich diese Konsistenz von alleine. Also nicht allzuviel experimentieren und immer wieder die Konsistenz checken. Lieber erst etwas weniger Mehl nehmen und nach Bedarf nachgeben, dann wird das!

Ich will damit nur sagen, dass man diesen Teig nicht bis zum Kleister durchkneten soll.

Da darf nix pappen und kleben.

Man knetet nur so lange, bis es sich gerade so anfühlt, als würde man daraus locker leckere Gnocchi machen können.

Das fühlt man – versprochen!

Wenn man diese Mischung aus fest aber leicht, aus locker aber nicht mehr klebrig erreicht hat, ist der Teig perfekt.

Dann wird’s nochmal spannend:

Denn dann teilt man den Teig in zwei Teile und formt daraus daumendicke Würste, so wie auf dem Bild. Das geht auf einer NICHT bemehlten Arbeitsfläche übrigens am besten. Mit Mehl rutscht der Teig zu sehr hin und her und man kann keine Rolle formen. Es darf auf dem Tisch ein wenig klebrig sein. Die Betonung liegt auf ein wenig!

Dann schneidet man die Rollen zu Gnocchi. Die wälzt man dann ein wenig in Mehl, damit sie nicht auf dem Tisch kleben, sollte das Wasser noch nicht kochen.

Am besten die fertigen Gnocchi ruhen nicht lange. Je länger sie liegen desto eher kann es passieren, dass sie doch zu kleben anfangen und auch zu fest werden.

Ab mit den Gnocchi ins Wasser. Am besten nicht alle auf einmal sondern in Etappen. Dann haben sie genug Platz und werden schön locker.

In gesalzenem kochendem Wasser kocht man die Gnocchi etwas länger als man es von Gnocchi so kennt. Also wenn sie oben schwimmen sind sie noch nicht so richtig fertig. Sie müssen beim Kochen etwas grösser und dicker werden.

Das dauert ungefähr 5 Minuten.

Und das wars auch schon.

Abgiessen, in Salbeibutter oder Zitronenbutter schwenken oder einfach mit Tomatensosse oder nur etwas Basilikum, Olivenöl und Parmesan essen.

Vorher Foto machen nicht vergessen! Immerhin sind selbstgemachte Gnocchi irgendwie immer etwas ganz Beesonders, finde ich.

So sehen übrigens Kartoffelgnocchi aus. Eigentlich kaum ein Unterschied zu erkennen, oder?

💛🍴

GNOCCHI-GERÜCHTEKÜCHE:

Gnocchi sind nicht fertig, wenn sie oben schwimmen. Das hört man immer wieder. Ich finde aber, dass das nicht stimmt.

Die meisten Gnocchi, die man fertig im Supermarkt kaufen kann, schmecken etwas länger gekocht viel besser, und auch diese Gnocchi aus Ricotta werden viel lockerer und flaumiger, wenn man sie noch ein klein wenig länger im Wasser lässt, nachdem sie oben schwimmen. Ich rede dabei übrigens von einem klitzekleinen bisschen länger, nicht von viel länger!

Einfach mal ausprobieren!

☮︎

honestly, why not?

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