STAYHOME DIARY Tag 22 ✗ Vom Spießrutenlauf beim Einkaufen, schlechter Laune, Desinfektionsmittel überall und der Frage, warum immer genau das ausverkauft ist, was man braucht.

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Heute ist Montag. Unsere Laune ist gelinde gesagt bescheiden. Die Medien suggerieren ein Ende der Krise. Zumindest sehen wir Menschenansammlungen in Parks und an Flüssen. Der Reporter mittendrin spricht davon, dass sich alle vorbildlich an das Kontaktverbot und auch genügend Abstand halten. Wir sehen während er das sagt Massen an Menschen hinter ihm fröhlich sitzen, flanieren, spazieren. Vielleicht hat er sich einfach noch nicht umgedreht und genau geguckt.

Wir finden so manche Berichterstattung einfach nur blöd. Und manchmal sogar noch blöder.

Österreich plant nach Ostern einige Lockerungen. Kleine Geschäfte und Baumärkte sollen wieder öffnen dürfen. Ob Tirol Österreich ist? Zurzeit ist das ja bei uns in Tirol etwas anders als im Rest der Republik. Wir warten mal ab. Und gucken uns nach Ostern dann die langen Warteschlangen vor den Baumärkten an. Warteschlangen, in denen keiner mehr Abstand hält. Wie derzeit in Deutschland.

Diese Krise ist halt einfach noch lange nicht vorbei.

Die Bevölkerung sieht das dennoch teilweise schon anders. Man merkt es langsam.

Heute waren wir in einem anderen Supermarkt als sonst. Ein netter Herr im Markt hat Masken verteilt. Er stand nicht am Eingang und hätten wir nicht genau geguckt, er wär uns weiter gar nicht aufgefallen. Ab und zu soll er, bewaffnet mit einer Desinfektionsflasche und Tuch, sprühen und wischen. Wir haben ihn nicht sprühen und wischen gesehen. Neben den Einkaufswagen stand ein Handdesinfektionsgerät. Ich war die einzige, die es genutzt hat.

Einkaufen zu gehen fühlt sich jedesmal ein bisschen mehr an, als würde man jemanden auf der Intensivstation besuchen. Es fühlt sich einfach nicht gut an. Niemand war ohne Mundschutz.

Abstand halten war dennoch nicht möglich. Überall wuselten Angestellte, standen Kartons und Paletten voll Ware, dazwischen Kunden. Supermarktgänge sind einfach zu eng für 1,50 m Abstand.

Wir schoben uns durch die eher unbeliebten Gänge und gingen Umwege, um so wenig Kontakt wie möglich zu haben. Die Menschen sind wahrscheinlich nett, wir haben davon nichts gemerkt. Wir haben schlechte Laune. Ich weniger, er mehr.

Tag 22 macht es uns schwerer als die anderen Tage davor.

Ich wollte eigentlich nur Gummibänder und Nähgarn kaufen, um noch ein paar Stoffmasken zu nähen. Beides war in unserem Supermarkt ausverkauft. Deshalb der Versuch im anderen Supermarkt. Mit demselben Ergebnis. Gummibänder waren aus. Garn auch.

So fühlt es sich also an, wenn man nichts mehr bekommt. Auch wenn das natürlich jammern auf hohem Niveau ist. Schliesslich sind die Supermärkte voll. Aber wenn genau das überall nicht mehr zu haben ist, was man dringend braucht, dann fühlt es sich an als wäre Krise. Und auf Dauer macht eine Krise ganz schön schlechte Laune.

honestly, why not?

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Springtime.Flowerpower.Photography.
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